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composer
Bernhard Gander

Bernhard Gander

Geboren 1969, in Lienz. Studium am Tiroler Landeskonservatorium (Klavier, Dirigieren). Kompositionsstudium in Graz bei Beat Furrer. Studienaufenthalt am Studio UPIC/Paris bei Julio Estrada und Curtis Roads und am Schweizerischen Zentrum für Computermusik/Zürich. Erste Bank Kompositionspreis Aufträge von Klangforum Wien, Musikprotokoll, Konzerthaus, Wien Modern, Ensemble modern, Donaueschingen.


Born in Lienz in 1969, Gander studied piano and conducting at the Tyrolean Provincial Conservatoire and composition with Beat Furrer in Graz. He also studied at the Studio UPIC in Paris with Julio Estrada and Curtis Roads and at the Swiss Centre for Computer Music in Zurich. He has received the Erste Bank Composition Prize as well as commissions from Klangforum Wien, Musikprotokoll, Konzerthaus, Wien Modern, Ensemble Modern and Donaueschingen.


Né en 1969 à Lienz (en Autriche). Études au Conservatoire régional du Tyrol (piano, direction), études de composition à Graz auprès de Beat Furrer. Séjour d’études aux Ateliers UPIC, Paris avec Julio Estrada et Curtis Roads ainsi qu’au Centre suisse de musique informatique de Zurich. Prix de composition de la banque autrichienne Erste Bank. Commandes du Klangforum Wien, du Musikprotokoll, du Konzerthaus (Wien), de Wien Modern, de l’Ensemble modern et de Donaueschingen.




English translation: Joanna King, John Winbigler
Traductions françaises: Chantal Niebisch

work

ö

ö 

bunny games (2006)
15 kurze stücke über

verführung madonna abschied alkohol nähe weinen 90-63-92 kotzen schöne worte schnelle autos playmate scarlatti flirten flüstern tanzen achterbahn verzweiflung teure uhren schreien parfum porno bahnhof playboy distanz nothing really matters kommen covergirl varèse after midnight sprechen unaussprechliches hasen mit langen ohren


fluc `n` flex (2007)

…es ist heiss, acht uhr abends, ich bin müde und durstig. für heute habe ich genug gearbeitet. ich studiere das fernsehprogramm und das dj-line-up der nachtszene und entscheide mich den abend in einer bar ausklingen zu lassen.

ich werf mich in schale, verlasse meine wohnung und geh in richtung der lokalmeile. schon von weitem höre ich die tiefen bässe von techno-musik. meine schritte werden schneller, ich erreich das lokal und öffne die tür.

dicke rauchschwaden knallen mir ins gesicht. es ist düster, die grellen lichter flackern im rhythmus der musik. ich hol mir ein bier und lass mich von den starken beats der musik betäuben und auf das parkett ziehen. einige stunden und drinks später verlasse ich beschwingt den ort. noch aus weiter entfernung höre ich die musik weiterpulsieren und… das stück ist dem nächtlichen ausgehvergnügen, den lokalen fluc und flex in wien und krassimir sterev gewidmet


ö (2005)

ö…quintett für bassflöte, bassklarinette, akkordeon, bratsche und cello ö…intensives musizieren, manchmal so was ähnliches wie strophe und refrain, solos, duos, trios, mit und ohne begleitung ö…eine hommage an die rockgruppe MOTÖRHEAD, deren kurze und kräftige songs mich dazu verleitet haben


Peter Parker (2003)
für Klavier solo

Peter Parker: “Wer ich bin? Ich bin Spiderman.“ Die Inspirationsquelle für dieses Klavierstück war das Comic und der Film „Spiderman“. Die Verwandlung des P.P. in einen Spinnenmann, die plastischen Darstellungen des Körpers in Aktion, das Fliegen, das Springen, … waren für mich so inspirierend, um mit dem Klang auf ähnliche Weise umzugehen.


fête.gare (2002)

…fête(Feier, Fest), weil Musik für mich grundsätzlich was feierliches ist.
…gare(Bahnhof), weil ich von meinem Fenster aus eine wundervolle Aussicht auf den Südbahnhof habe.
Ein Jahr lang habe ich immer wieder dieselbe Aussicht fotografiert und die Bilder analysiert. Je nach Jahreszeit, Tageszeit und Witterung verändert sich das Abgebildete: Konturen werden weicher oder härter, verschiedene Elemente rücken in den Vordergrund, werden beleuchtet und „verschwinden“ wieder oder werden verdeckt.


Bernhard Gander




Biegen und Brechen
Der handfeste kreative Zugriff des Bernhard Gander


Klopfen, Schlagen, Hämmern, Bohren: In der Musik von Bernhard Gander geht es meistens recht handgreiflich zu. Die Zurichtung des Materials, die andere Komponisten gerne zu verbergen suchen – bei ihm tritt sie unmittelbar zu Tage. Die Gewalt, die jeder Künstler seinem Material nolens volens stets antut – indem er schon durch die Wahl bestimmter Mittel andere ausschließt und das Ausgewählte dann maßregelt und zivilisiert –, beschränkt sich bei den Kompositionen von Bernhard Gander nicht auf seine Werkstatt, sondern strahlt in die (Werk)Stücke hinein.

Das Eindringen des Rohen, Grobschlächtigen in seine Musik, das gelegentlich auch den Anschein des Unbearbeiteten erweckt, fällt auf; und es fällt auch aus dem Rahmen der in der Neuen Musik üblicherweise als selbstverständlich vorausgesetzten Subtilität künstlerischer Artikulation. Unterdessen erinnert der Gestus des vielfältigen Bearbeitens des Materials, des verändernden, formenden Eingriffs, daran, dass man den Künsten ursprünglich eine wesentliche Nähe zum Handwerk zuschrieb, die im Akt des Hervorbringens, der Poiesis, wurzelte und auf der Beherrschung des Metiers, der Techne, beruhte.

Die technischen Mittel und Werkzeuge zur Hervorbringung des Klanges lassen sich indessen im Fall von Bernhard Gander nicht bloß metaphorisch umschreiben, zumal seine kompositorische Arbeit auch im Feld realer handwerklicher Arbeit ansetzt: Gewindestangen aus Eisen, Blechplatten, Bauziegel, Kunststoffkanister, Feilen, Bohrmaschinen („stark, mit Metallbohrkopf und Schlagbohrfunktion, kein Akkubohrer“!), Hämmer und hängende Eisenteile, Schuhsohlen, Mülltonnen, Blechdosen und Ofenrohre gehören zu den musikalisch zweckentfremdeten Utensilien; und auch da, wo die Musik ganz ohne solches Inventar auskommt, ist dieses Ambiente ganz offenkundig mitgedacht.

Dann stehen plötzlich auch die von einer klassischen Kammermusikbesetzung hervorgebrachten Klänge völlig unbehauen da und werden wie bizarre, ungehobelte Fundstücke zäh bewegt, durchpulst von repetitiven Gesten, ausfransenden Klangbändern und durchsetzt mit tumultuarischen Solostellen. Als müsse sich eine elementare, urwüchsige Kraft ein Ventil suchen, dominieren in diesen Partituren „Impulsivität, gestische Prägnanz und Energie“ (Lothar Knessl), mit überschiessender Wucht, ständiger Tendenz auszuscheren und der Neigung, Verletzungen des Materials zu provozieren.

Zwar meint Bernhard Gander selbst, man müsse bei ihm „die Lyrismen mit der Lupe suchen“. Es gibt sie immerhin dennoch, jene verhaltenen, stillen Momente, deren filigrane Substanz oft freilich gleich wieder von aggressiver Aktivität zugedeckt wird. Eine gar nicht so latente, aber domestizierte Zerstörungswut bahnt sich dabei, nicht selten in mechanistischer Bewegung, irritiert nur durch ihre eigene Irregularität, ihre Wege durch das zum Klingen gebrachte Material, als ob dessen Konsistenz und Aggregatzustände auf Biegen und Brechen untersucht würden. Allenthalben im Vordergrund stehen dabei konkrete, unmittelbar fassbare Vorgänge mit einer großen Nähe zum Haptischen, deren Greifbares allerdings immer wieder unterwandert wird – „zerbröselt“ würde Bernhard Gander sagen.

Doppelbödig wird das Spiel auch durch die inhaltlichen Bezugnahmen des Komponisten auf seine Inspirationsquellen. Unbelastet von jeglichem theoretischen Konzept, behauptet er eine Transformation der eigenen Lebenswelt und Alltagserfahrung durch seine Stücke auf eine ungewöhnlich direkte (und ebenso direkt von ihm kommunizierte) Weise. Seien es Erotikmagazine oder Comics, die Renovierung der eigenen Wohnung, eine U-Bahn-Fahrt oder der beobachtende Blick aus dem Fenster – die schöpferischen Impulse von Bernhard Gander scheinen keinerlei Berührungs.ngste mit der profanen Realität zu kennen.

Dementsprechend kann es auch in künstlerischer Hinsicht keine Scheuklappen geben: Kein ästhetischer Gartenzaun verstellt den Blick auf populäre Musik und Kultur, und wenn sich der Komponist nicht gleich im außermusikalischen Alltagsleben seine Inspiration holt, sondern in kulturellen Phänomenen, dann sucht er sie eher jenseits des sprichwörtlichen Elfenbeinturms der ausdifferenzierten, etablierten Hochkultur. So suchte und fand Bernhard Gander in Peter Parker, dem Alter Ego des Spider-Man aus den gleichnamigen Comics und Filmen, den Protagonisten für ein stürmisches Klavierstück („Peter Parker“, 2004): „Die Verwandlung eines Menschen in einen Superhelden und die Flugszenen durch New York haben mich fasziniert. Ich habe die Darstellung des Körpers in den Comics analysiert und versucht, seine Drehungen und die Zooms mit Klängen darzustellen.“ Eine nervöse, flirrende Bewegungsfigur aus raschen Tongruppen dient zur Schilderung des Helden, während das von Spider-Man verwendete Spinnennetz die Inspiration für eine filigrane, arpeggioartige Figuration bildete, die im Crescendo gleichsam „anwächst“. Einen Bezug zur Vorlage stellen auch die episodenartige Dramaturgie, die den Helden mehrere Abenteuer durchleben lässt, sowie ein „Filmriss“ her, an dem das Geschehen vor einer energiegeladenen Steigerung und einem die Virtuosität des Ganzen ins Irrwitzige übersteigertes Finale ins Stocken gerät.

Stockend beginnt auch das Ensemblewerk „fête. gare“ (2002), wenn ein ächzender Kontrabass mühsam eine Geste wiederholt, die von trägen Klopfzeichen durchsetzt ist. Bruchstückhaft reiht sich dann auch hier eine kurze Episode an die andere, entfalten sich mechanisch (und manchmal fast manisch) wiederholte Klanggestalten. Der Blick auf den Wiener Südbahnhof aus der Wohnung des Komponisten bildete den konzeptuellen Ausgangspunkt für dieses Stück. Über ein Jahr lang waren Fotografien aus stets derselben Perspektive entstanden, die die langsamen Veränderungen auf den Gleisanlagen schlaglichtartig festhielten: „Je nach Jahreszeit, Tageszeit und Witterung verändert sich das Abgebildete: Konturen werden weicher oder härter, verschiedene Elemente rücken in den Vordergrund, werden beleuchtet und verschwinden wieder oder werden verdeckt.“

Neben den visuellen Assoziationen können auch akustische geweckt werden, wenn sich Arbeitsgeräusche oder das Vorbeifahren der Züge vorstellen lassen. Während der Fokus wandert, Ereignisse sich annähern und wieder entfernen, ballen sich kleine Wiederholungsmuster zu hektischen Stellen zusammen, die mit ruhigeren Passagen wechseln, von denen die ausgedünntesten Solostellen fast nur aus Geräuschen bestehen. Fragmentarisch treten Melodien und Blechbläser-Riffs hervor, die in ihrer gestalthaften Greifbarkeit ein allgemeines Merkmal für Bernhard Ganders Stil abgeben können.

Wesentlich bunter als in allen seinen anderen bisherigen Kompositionen gibt sich Bernhard Gander in „Bunny Games“ für Ensemble (2006), dessen fünfzehn kurzweilige Miniaturen um das Thema „Verführung“ kreisen. Während sich das musikalische Nebeneinander von Heterogenem schon in der Werkbeschreibung des Komponisten auswirkt, vollzieht sich auch in ihr jener ästhetische Bruch, den die Musik vornimmt und in dem sich ein höchst individuelles Weltverständnis wiederum spiegelt. Zahlreiche Querverweise und Zitate sind hier in die Gander’schen Schleifen eingearbeitet und auch Anklänge an die Geräusche einer U-Bahn und Straßenlärm verborgen. Über das Generalthema der „Verführung“ spielt das Werk auf die allgemeine Sinnlichkeit von Musik an und wechselt in beinahe jeder der Miniaturen die Besetzung: „In jedem Stück hat ein anderes Instrument ein Solo, wirbt für sich und will sexy dastehen.“ Semantisch aufgeladen ist „Bunny Games“ unterdessen nicht nur durch die stets auf Präsenz abzielenden vordergründigen Passagen der Soloinstrumente, sondern auch durch Bezugnahmen auf Musik von Domenico Scarlatti und Edgar Varèse sowie die Madonna-Nummern “Nothing really matters und Hangup”, letzteres eine Cover-Version des ABBA-Songs “Give me a man after midnight.”

Den Bezug zur Popularmusik, der – zwischen den Zeilen – bei Bernhard Gander auch zuvor schon stets präsent war, schlägt seither kontinuierlich und unmittelbarer durch: So bildet „ö“ für Bassflöte, Bassklarinette, Akkordeon, Viola und Violoncello (2006) eine Referenz an die Heavy-Metal-Gruppe Motörhead. Das rhythmische Gerüst und die formale Dramaturgie sind zwar von leicht fasslichen Vorgängen bestimmt, wenn der Heavy Metal-Einfluss bis hin zu einem wiederkehrenden „Refrain“ reicht und damit ironischer Weise ebenso einen Bezug zum klassischen Formenkanon herstellt. Daneben gibt es allerdings wieder einen Zersetzungsprozess – motiviert von der Vorstellung von einander gegenseitig verändernder Materialien wie Steine, die von Schwefelsäure zersetzt werden – so dass der blockartige, stark perkussive Satz doch stellenweise transparenter wird.

Ähnliches gilt auch für „fluc’n’flex“ (2007), das mit dem Akkordeon für eines der Lieblingsinstrumente von Bernhard Gander geschrieben ist, dem er auch in seinen Ensemblestücken prominente Rollen zugewiesen hat und das geradezu prädestiniert für ein perspektivenreiches Spiel mit Vordergrund und Hintergrund erscheint. „Das Akkordeon bleibt in der Neuen Musik meistens mit zarten Klängen im Hintergrund. Es kann aber auch ein sehr brachiales Instrument sein.“ Brachial ist auch das Sujet: nächtliches Fortgehen in die beiden Wiener Szenelokale Fluc und Flex. Wie auf dem Weg zu den Lokalen kann man allmählich die Bässe der dort dröhnenden Musik hören, bevor der Versuch unternommen wird, drum’n’bass, Techno, Rap in wie immer transformierter Form zu transportieren. Schnell pulsierend, mit anschwellenden Crescendi und dichten diffusen polyphonen Stellen steigert sich das Instrument in einen nahezu rauschhaften Zustand, bevor es sehr virtuos und turbulent zu Ende geht. Auch hier widmet sich Bernhard Gander mit nie versiegender Energie der Urkraft der Elemente – auf Biegen und Brechen.


Daniel Ender
(Alle Zitate entstammen den Werkkommentaren von Bernhard Gander sowie einem Gespräch mit dem Komponisten vom 5.6.2007.)




Bernhard Gander und Georg Vinokic


Als Bernhard Gander an seinem Stück „Der Melonenbaum“ für Akkordeon, Klarinette und Schlagzeug (UA 2000) arbeitete, war dies der Beginn einer gegenseitigen künstlerischen Inspiration zwischen ihm und dem Maler Georg Vinokic. Gander merkte, während er komponierte, dass er strukturell ähnlich vorging wie Vinokic im Bild der Melonenbaum, das in seiner Wohnung hängt. Er ging also daran, diese strukturellen Übereinstimmungen bewusst auszubauen und benannte seine Komposition schließlich nach dem Bild. In der Folge malte Georg Vinokic eine Serie von Bildern nach Bernhard Ganders „ist die zeit gerade oder gebogen“ für Saxophonquartett (1996).

Bernhard Ganders Affinität zur bildenden Kunst ist in seiner Arbeit durchgängig erkennbar. An der elektronischen Musik, die in seiner Arbeit eine prominente Rolle einnimmt, schätzt er besonders, direkt am Klang modellieren zu können. Überhaupt pflegt Gander besonders im Anfangsstadium seiner Werke einen stark bildnerischen Zugang zum Komponieren. Er stelle sich Klänge meist graphisch vor, erzählt er, und folgerichtig sind seine ersten Skizzen, die er auf Millimeterpapier erstellt, auch nur erste Annäherungen an sein Werk, vorerst noch ohne konkrete Tonhöhen oder Notenwerte. In unzähligen solcher Skizzierungsphasen konkretisiert er seine bildlichen Vorstellungen schließlich bis zur Endfassung seiner Komposition. Wichtig ist ihm auch eine andere Idee, die ursprünglich aus der bildenden Kunst kommt: die Arbeit mit Vordergrund und Hintergrund. „Der Hintergrund ist immer wichtig. (...) wenn die Nebenstimmen nicht da wären, dann würde etwas Grundlegendes abgehen.“

„Der Melonenbaum“ ist das erste und bisher auch einzige Werk Bernhard Ganders, in dem er sich auf ein bestimmtes Werk der bildenden Kunst bezieht. Es ist kein Zufall, dass es sich dabei um ein Bild von Georg Vinokic handelt, einem Künstler, mit dem ihn schon seit langem eine innige Freundschaft und gegenseitige künstlerische Wertschätzung verbindet, denn in der Arbeit der beiden Künstler lassen sich Gemeinsamkeiten auf mehreren Ebenen erkennen. Da wäre zum einen die Faszination an der Banalität des Alltäglichen, weiters strukturell ähnliche Vorgehensweisen, die Gander auch zur Komposition von „Der Melonenbaum“ führten. So wie bei Vinokic ist auch bei Gander oftmals das Bestreben erkennbar, heterogene Elemente in einen gemeinsamen Rahmen zu setzen, um so ein energiegeladenes optisches beziehungsweise akustisches Spannungsfeld zu erzeugen. Aus dem Vergleich von Bildern Vinokics nach Ganders Musik mit dessen Kompositionsskizzen lässt sich außerdem die Verwendung ähnlicher graphischer Figuren, wie der bei Vinokic prominent auftretenden Zickzacklinie erkennen.

Diese Berührungspunkte sind nun nicht als direkter Einfluss beschreibbar, sondern vielmehr als bemerkenswerte künstlerische Nähe, die zu intensiver Reflexion über die eigene Kunst und die des anderen anregt, und dergestalt eine befruchtende Inspirationsquelle darstellt.


Axel Petri
(Georg Vinokic und Bernhard Gander. Portrait einer gegenseitigen Inspiration, in: Die Tonkunst, Jg. 1, Nr. 2, ISSN 1863-3536)




bunny games (2006)
15 short pieces on

seduction madonna parting alcohol nearness crying 90-63-92 vomiting beautiful words fast cars playmate scarlatti flirting whispering dancing roller coaster despair expensive watches screaming perfume porno railway station playboy distance nothing really matters coming cover girl varèse after midnight speaking the unspeakable rabbits with long ears


fluc `n` flex (2007)

…it‘s hot, eight o‘clock in the evening, i‘m tired and thirsty. i‘ve worked enough for today. i take a look at the television programme and the dj line-up for the night scene and decide to let the evening end in a bar. i spruce myself up, leave my apartment and head for the bar area. already from far away i hear the low bass of techno music. my steps quicken, i reach the bar and open the door. thick waves of smoke hit me in the face. it is dim, the glaring lights flicker to the rhythm of the music. i get myself a beer and let myself be dazed by the strong beat of the music and pulled on to the dance floor. a few hours and drinks later i leave the place elated. from far away i still hear the pulse of the music continuing and…

the piece is dedicated to the pleasure of going out in the evening, to the bars fluc and flex in Vienna and to krassimir sterev


ö (2005)

ö…quintet for bass flute, bass clarinet, accordion, viola and cello, ö…intensive music making, sometimes something like verses and refrain, solos, duos, trios, with and without accompaniment,ö…a homage to the rock group MOTÖRHEAD, whose short strong songs have seduced me into it


Peter Parker (2003)
for piano solo

Peter Parker: “Who am I? I‘m Spiderman.” The sources of inspiration for this piano piece were the comic and the film “Spiderman.” The metamorphosis of P.P. into a spider man, the graphic representation of the body in action, flying, springing,…were so inspiring for me, to deal with sound in a similar way.


fête.gare (2002)

…fête (celebration, feast) because music for me is fundamentally about celebration.
…gare (railway station) because i have a wonderful view of the Südbahnhof (southern railway station) from my window
I photographed the same view again and again over a year and analysed the pictures. According to the season, the time of day and the weather, each image changes: contours are softer or firmer, various elements occupy the foreground, are illuminated and “disappear” again or are concealed.


Bernhard Gander




Bending and Breaking
The robustly creative touch of Bernhard Gander


Knocking, beating, hammering, drilling: what happens in Bernhard Gander‘s music is usually very palpable. The preparation of the material, which other composers often try to hide - in his case is made fully evident. The violence, which every artist always inflicts willy nilly on his material - in that by choosing certain materials he excludes others and then disciplines and civilises the chosen - is not limited in the works of Bernhard Gander to his studio, but radiates forth into the (work-) pieces.

The intrusion of the raw, the uncouth into his music, which occasionally gives the impression of something unfinished, is conspicuous; and it is also outside the limits of what is usually presumed as to be taken for granted in new music - subtlety of artistic articulation. Further to that, the “gestus” of multifarious treatment of the material, the transforming, shaping intervention, reminds one that the arts were originally viewed as having a close relation to crafts, which rooted the poetic in the act of production, and that command over the material depends on technique.

The technical means and tools used in the production of sound in the case of Bernhard Gander cannot easily be transcribed into metaphor, in that he develops his compositions from the actual field of physical work; threaded rods of iron, metal plates, bricks, plastic canisters, rasps, drilling machines (“strong, with metal bore head and percussion drill, no battery drills”!), hammer and pieces of hanging iron, soles of shoes, dustbins, tins and stove pipes belong among the utensils used musically rather than for their original purposes; and there too, where the music doesn‘t rely on this sort of inventory, this ambience is quite clearly in the composer‘ s thoughts.

Then suddenly the sounds produced by a classic chamber music arrangement stand there completely unhewn and are roughly set in motion like bizarre uncouth found objects, pulsating with repetitive gestures, frayed ribbons of sound and interspersed with tumultuous solo passages. As if an elemental earthy power seeks an outlet, “impulsiveness, gestural terseness and energy” (Lothar Knessl) dominate in these scores, with excessive force, the continual tendency to veer out of control, and the inclination to provoke injury to the material.

It is true that Bernhard Gander says himself that with him one must “search for lyricism with a magnifying glass”. But it is certainly there, in those restrained quiet moments whose filigree substance is then immediately concealed again by aggressive activity. A really not so latent, but domesticated destructive rage forces, often in mechanistic movements, irritated only by their own irregularity, its way through the resounding material, as if its consistency and state of aggregation of bending and breaking were being investigated.

Everywhere concrete, directly tangible processes, bordering on the haptic, are in the foreground, while that which is tangible is repeatedly infiltrated - “crumbled”, Bernhard Gander would say.

The composer‘s references in the content of the piece as to his source of inspiration also play with ambiguity. Unencumbered by any kind of theoretical concept, he avers a transformation of his own mode of life and experience of the everyday through his piece in an unusually direct (and equally directly communicated by him) way. Whether it is erotic magazines or comics, the renovation of his own apartment, a journey on the underground or an observant gaze from a window - the creative impulse of Bernhard Gander appears to recognise no fear of coming into contact with profane reality. Appropriate to that, there can also be no blinkers in an artistic sense: no aesthetic garden fence obstructs the view of popular music and culture, and when the composer doesn‘t draw his inspiration from non-musical everyday life, but from cultural phenomenon, then he looks for it well beyond the fabled ivory tower of carefully differentiated, established high culture. That is how Bernhard Gander sought and found in Peter Parker, the alter ego of Spiderman of the comics and films of the same name, the protagonist for his tempestuous piano piece (“Peter Parker”, 2004): “The metamorphosis of a person into a super hero and the scenes of the flights through New York fascinated me. I analysed the representation of the body in the comics and tried to represent his gyrations and the zooms with sounds.” A nervous flickering figure-in-motion of brisk groups of notes serves to delineate the hero, while the spider‘s web used by the Spiderman was the inspiration for a filigree arpeggio style figuration, which as it were “swells” to a crescendo. The episode-like dramaturgy also makes a reference to the background material, in which the hero survives through many adventures, as does the “film design”, in that what happens, through an enormously enhanced energy and virtuosity produces a wildly witty finale of excess which brings the whole thing to a standstill.

The Ensemble work, “fête.gare” (2002), also begins at a standstill, when a groaning contrabass laboriously repeats a gesture, which is penetrated by languid knocking signs. Short episodes follow one another in fragmentary fashion here too, develop mechanically (and sometimes almost manically) repeated sound forms. The view of the Vienna Südbahnhof (Southern railway station) from the composer‘s apartment is the conceptual basis for this piece. Over an entire year, photos were taken, always from the same perspective, to record as if in beats of light the slow changes around the railway tracks: “I photographed the same view again and again over a year and analysed the pictures. According to the season, the time of day and the weather, each image changes: contours are softer or firmer, various elements occupy the foreground, are illuminated and ‘disappear’ again or are concealed.”

Alongside the visual, acoustic associations can also be awoken, when the sounds of work or a train going by may be imagined. While the focus wanders, events approach and draw away, small repetitive patterns conglomerate to points of hectic activity, which alternate with peaceful passages, in which the most spare solo passages exist almost purely as a murmur. In fragmentary fashion, melodies and brass wind instrument riffs emerge, which in the tactile nature of their form could be read as a general characteristic of Bernhard Gander‘s style.

In “Bunny Games” for ensemble (2006), Bernhard Gander presents himself in a rather more colourful way than in any of his other compositions until now, in fifteen entertaining miniatures that deal with the theme of seduction. While the simultaneous use of heterogeneous elements shows its effects already in the composer‘s description of the work, it comes to the fore also in the aesthetic structure the music employs and in which a highly individual view of the world is reflected. Many cross references and quotes are worked here into the Gander-ish grinding, and also concealed suggestions of the noise of the underground and of street sounds.

On the general theme of seduction, the work alludes to the sensuousness of music, and in almost every miniature the arrangement is changed: “In each piece a different instrument has a solo, promotes itself and wants to be seen as sexy.”

Meanwhile “Bunny Games” is not only semantically loaded by the solo passages in the foreground in which the instruments constantly seek to draw attention to themselves, but also through references to the music of Domenico Scarlatti and Edgar Varèse as well as the Madonna numbers “Nothing really matters and Hangup”, the latter a cover version of the ABBA song “Give me a man after midnight.”

The relation to popular music, which - between the lines - was always present with Bernhard Gander breaks through continually and directly: thus “ö” for bass flute, bass clarinet, accordion, viola and violin cello (2006) refers to the heavy metal group Motörhead.

The rhythmic structure and formal dramaturgy may follow easily comprehensible processes, with the heavy metal influence reaching as far as the repeated refrain, thus in an ironic way creating a relation to the formal classical canon. But alongside that there is also a process of disintegration - motivated by the conception of contrasting materials capable of transforming each other, such as stone, which disintegrates under the action of sulphuric acid - so that the block-like, strongly percussive phrase is sporadically made more transparent.

The same is true for “fluc’n’flex” (2007), which is written for accordion, one of the favourite instruments of Bernhard Gander, to which he has also given a prominent role in his ensemble pieces, and which appears to be absolutely predestined for rich interplay of perspective, between foreground and background.

“In new music, the accordion usually stays in the background playing gentle sounds. But it can be a very brutal instrument.” The subject matter is also brutal: going out at night to the two Vienna bars Fluc and Flex. As if one is on the way to the bars, one can gradually hear the bass in the rumble of the music being played there, before the attempt begins to transport drum’n’bass, Techno, Rap in which ever transformed form. Rapidly pulsing, with swelling crescendi and dense diffuse polyphonies, the instrument works itself into an almost intoxicated state, before it with great virtuosity and turbulence draws to an end. Here too Bernhard Gander devotes himself with the inexhaustible energy of the original power of the elements - to bending and breaking.


Daniel Ender
(All quotations are taken from commentary by Bernhard Gander on his own works and from a conversation with the composer on 5.6.2007)




Bernhard Gander and Georg Vinokic


As Bernhard Gander worked on his piece “Der Melonenbaum” for accordion, clarinet and percussion (world premiere 2000), a mutual artistic inspiration began between him and the painter Georg Vinokic. Gander noticed, while he was composing, that he proceeded structurally in a fashion similar to Vinokic in the picture “Der Melonenbaum”, which hung in his apartment. And so he began to consciously develop these structural correspondences, and eventually named his composition after the picture. Subsequently, Georg Vinokic painted a series of pictures based on Bernhard Gander‘s “ist die zeit gerade oder gebogen” for saxophone quartet (1996).

Bernhard Gander‘s affinity to visual arts is discernible throughout his work. In the electronic music, which plays a prominent role in his work, he particularly values being able to directly modulate the sound. Especially in the early stages of a work, Gander has a strongly visual approach to composition. He imagines sound mainly in a graphic form, he says, and consistent with that, his first sketches, which he does on graph paper, in a first approximation only of the work, are done initially without pitch or notational values.

In innumerable phases of sketches like this, he makes concrete his visual imagination, to the eventual final version of the composition. Another idea is also important to him which originally comes from the visual arts: working with foreground and background.

“The background is always important... if the secondary voices were not there, then something fundamental would be lost.”

“Der Melonenbaum” is the first and so far only work of Bernhard Gander which refers to a specific work of the visual arts. It is no coincidence that this is a picture by Georg Vinokic, an artist with whom he has long had a close friendship and shared mutual appreciation of the other as an artist, since common interests can be detected in the work of the two artists on many levels.

There is on one hand a fascination with the banality of the everyday, and further, structurally similar methods of proceeding, which also led Gander to the composition of “Der Melonenbaum”. As with Vinokic, with Gander too the endeavour to place heterogeneous elements in a common setting is discernible, and by that means to create an energy laden field of tension, whether visual or acoustic. From the comparison of Vinokic‘s pictures and Gander‘s music with its compositional sketches, one can also discern the use of similar graphic figures, such as the zigzag line often employed by Vinokic. The points of contact cannot then be characterised as direct influence, but much more as a remarkable artistic affinity, which inspires an intensive reflection over one‘s own art and that of the other, and to such an extent represents a fruitful source of inspiration.


Axel Petri
(Georg Vinokic und Berhard Gander. Portrait einer gegenseitigen Inspiration, in: Die Tonkunst, Jg. 1, Nr. 2, ISSN 1863-3536)




bunny games (2006)
15 pièces brèves

séduction madonna adieu alcool proximité pleurs 90-63-92 vomir belles paroles voitures rapides playmate scarlatti flirt chuchotements danse grand huit désespoir montres coûteuses cris parfum porno gare playboy distance nothing really matters jouir covergirl varèse after midnight parole indicible lapins aux oreilles longues


fluc `n` flex (2007)

…il fait chaud, huit heures du soir, je suis fatigué et j’ai soif. j’ai suffisamment travaillé pour aujourd’hui. je consulte le programme télé et la liste des dj et décide de passer cette fin de soirée en boîte. je me mets sur mon trente et un, je quitte mon appartement et me rend dans le quartier des boîtes de nuit. de loin, j’entends les basses profondes de la musique techno. j’accélère le pas, j’y suis et j’ouvre la porte. atmosphère enfumée en pleine figure. lumière lugubre, les projecteurs envoient une lumière aveuglante au rythme de la musique. je vais me chercher une bière, me laisse abasourdir par une musique aux beats puissants et me dirige vers la piste. quelques heures et boissons plus tard, je quitte tout guilleret le lieu. au loin, j’entends encore la pulsation de la musique et…

ce morceau est dédié au plaisir de sortir, aux boîtes viennoises fluc et flex et à krassimir sterev


ö (2005)

ö…quintette pour flûte basse, clarinette basse, accordéon, alto et violoncello ö…faire intensément de la musique, de temps à autre quelque chose qui ressemble à des strophes et des refrains, solos, duos, trios, avec ou sans accompagnement ö…un hommage au groupe rock MOTÖRHEAD, dont les chansons brèves et puissantes m’ont inspiré


Peter Parker (2003)
pour piano solo

Peter Parker: «Qui suis-je ? Je suis Spider-Man.» La source d’inspiration pour cette pièce pour piano a été la BD et le film Spider-Man. La métamorphose de P.P. en homme-araignée, la représentation plastique du corps en action, les envolées, les sauts m’ont tellement inspirés et donné envie de procéder d’une manière semblable avec les sonorités.


fête.gare (2002)

...fête, car la musique a pour moi quelque chose de fondamentalement festif.
...gare, car à partir de ma fenêtre, je dispose d’une vue splendide sur la gare du sud.
Pendant un an, j’ai photographié la même vue, puis j’ai analysé les photos. En fonction de la saison, de l’heure et du temps, la représentation n’était pas la même: contours plus ou moins nets, différents éléments passent au premier plan, sont éclairés et «disparaissent» à nouveau ou sont dissimulés.


Bernhard Gander




Une mise à l’épreuve
L’accès imaginatif et musclé de Bernhard Gander


Heurts, coups, martellements, bruits de perceuse: dans la musique de Bernhard Gander, il arrive fréquemment qu’on en vienne aux mains. Chez Gander, contrairement à d’autres compositeurs, le travail de transformation sur le matériau se révèle immédiatement. La violence opérée par tout artiste, nolens volens, sur son matériau – le choix de moyens précis passant par l’exclusion d’autres matériaux sonores pour finalement sanctionner et civiliser le fruit de sa sélection – ne se réduit pas dans les compositions de Bernhard Gander à son atelier, mais se propage à travers ses pièces (à usiner).

L’irruption de la brutalité et du quotidien dans la musique de Gander est saisissante et cela donne, par moments, l’impression d’être confronté à quelque chose d’inachevé, à une oeuvre qui déroge aux attentes habituelles quant à la subtilité de l’expression artistique dans la musique contemporaine. Par ailleurs, l’habitus des multiples remaniements du matériau, de l’intervention modificatrice et de l’élaboration rappelle aussi cette proximité originaire entre les arts et l’artisanat, rapprochement enraciné dans l’élaboration, la poiesis et reposant sur la maîtrise du métier, de la tekhnê.

Chez Bernhard Gander, les moyens et outils techniques impliqués dans la génération de timbres ne se réduisent pas à de simples métaphores puisque le travail du compositeur commence par un réel travail manuel: tiges filetées en fer, plaques en tôles, briques de construction, bidons en plastique, limes, perceuses («puissantes, avec tête de forage en métal et tête perceuse percutante, et non une simple perceuse électrique sans fil»!), marteaux et pièces en fer suspendues, semelles de chaussures, poubelles, boîtes en fer-blanc et tuyaux de poêle appartiennent à toute une panoplie musicale détournée de son usage premier ; et même lorsque la musique se passe de cet inventaire, l’atmosphère de cet univers est maintenue.

Et soudain, des sonorités laissées à l’état brut et réalisées par un ensemble de musique de chambre classique retentissent, pour être ensuite lentement déplacées comme des objets trouvés bizarres et rugueux, traversées par des gestes répétitifs des bandes sonores effilochées et parsemées de passages en solos tumultueux. Comme si une force primaire et élémentaire était à la recherche d’une soupape d’échappement, ces partitions sont dominées par «l’impulsivité, une gestualité concise et l’énergie» (Lothar Knessl) ainsi que par une intensité débordante, une tendance permanente à la dérive et à une propension à détruire le matériau.

Bien que Bernhard Gander prétende que dans sa musique «les traits lyriques se cherchent à la loupe», force est de constater que ces moments de silence tout en retenue existent, moments à la substance filigrane aussitôt recouverts par une activité agressive. Une force destructrice guère latente, néanmoins domestiquée se fraie un chemin à travers le matériau mis en résonnance, souvent par un mouvement mécanique dont la seule irritation constitue sa propre irrégularité, comme s’il s’agissait de mettre à tout prix à l’épreuve la résistance et l’état des agrégats. Au premier plan, on trouve toujours des processus concrets, immédiatement saisissables, très proches de perceptions haptiques, sans jamais être véritablement tangibles – en raison de ce que Bernhard Gander appellerait «l’effritement»

La duplicité du jeu repose également sur les liens créés par le compositeur avec les sources d’inspirations. Libérées du poids de tout concept théorique, ses oeuvres affichent de manière inhabituellement directe (avec une transmission tout aussi immédiate) une transformation de son propre environnement vital et des évènements quotidiens. Qu’il s’agisse de magazines érotiques ou de bandes dessinées, de la rénovation de son propre appartement, d’un trajet en métro ou de la vue à travers une fenêtre – les impulsions créatrices de Bernhard Gander ne semblent guère craindre le contact avec la réalité profane.

Par conséquent, le compositeur ne s’encombre pas d’oeillères sur le plan artistique, il évite toute barrière esthétique qui voilerait le regard porté sur la musique et la culture populaires. Lorsque le compositeur, en quête d’inspiration, ne puise pas dans son quotidien extramusical, mais aborde des phénomènes culturels, il s’attache à les chercher en dehors de la fameuse tour d’ivoire de la «grande» culture différenciée et établie. Bernhard Gander a ainsi cherché puis trouvé en Peter Parker, l’alter ego de Spider-Man de la bande dessinée et des longs-métrages du même nom, le protagoniste d’une pièce bouillonnante pour piano (“Peter Parker”, 2004): «J’ai été fasciné par la métamorphose d’un être humain en super héros et par les envolées à travers New York. J’ai analysé les représentations du corps dans les bandes dessinées et j’ai essayé de représenter ces torsions et les zooms à travers les sonorités.» Une figure mobile vrombissante, agitée, constituée de successions rapides de groupes sonores pour décrire le héros, alors que la toile d’araignée utilisée par Spider-Man sert d’inspiration à une figure filigrane, semblable à un arpeggio, «s’amplifiant» comme un crescendo. On retrouve également un lien avec la source d’inspiration à travers une dramaturgie «à épisodes», faisant vivre au héros plusieurs aventures, ainsi qu’un trou de mémoire qui provoque le ralentissement des événements, le tout suivi d’une progression tonifiante et d’un final excessif au cours duquel la virtuosité de l’ensemble bascule dans la folie.

L’oeuvre pour ensemble “fête.gare” (2002) commence, elle aussi, au ralenti par les gémissements d’une contrebasse qui répète péniblement un geste, émaillé d’accompagnements de battements mornes. Là encore, les épisodes brefs se succèdent par bribes, des figures sonores répétées se déploient mécaniquement (parfois à la limite de l’obsessionnel). À l’origine du concept, il y a la vue sur la Gare du Sud de Vienne à partir de l’appartement du compositeur. Pendant plus d’un an, il a réalisé des photos toujours à partir de la même perspective dans l’idée de fixer et de mettre en évidence les lentes modifications sur les rails: «En fonction des saisons, du moment de la journée et du temps, ce qui figure sur les photos change: les contours sont plus ou moins nets, différents éléments se retrouvent au premier plan, sont éclairés, disparaissent une nouvelle fois ou sont masqués.»

En dehors des associations visuelles, il y a aussi l’évocation d’associations acoustiques, lorsque le bruit des travaux ou le passage des trains peuvent être représentés. Au fur et à mesure que l’objectif se déplace et que des évènements se rapprochent pour de nouveau s’éloigner, de petites figures répétitives s’accumulent pour former des passages survoltés, alternant avec des passages plus sereins dont les parties solos les plus effilées finissent par ne plus produire que des bruissements. Des mélodies et des motifs pour cuivres surgissent sous la forme de fragments, une apparition qui par l’aspect tangible des formes présente l’une des caractéristiques générales du style de Bernhard Gander.

Dans “Bunny Games” pour Ensemble (2006), Bernhard Gander se présente sous un jour bien plus bariolé que dans toutes ses compositions précédentes, avec quinze miniatures divertissantes tournant autour du thème de la «séduction». La proximité dans cette musique d’éléments hétérogènes se répercute dans la description de l’oeuvre par le compositeur tout en étant l’expression d’une rupture esthétique opérée par la musique et dans laquelle se reflète une vue du monde très personnelle. De nombreuses références et citations s’inscrivent dans la boucle de Gander qui contient également les réminiscences du bruit du métro et de la rue. À travers le thème général de la «séduction», l’oeuvre est une allusion à la sensualité admise de la musique et pour presque chacune des miniatures la distribution est modifiée: «Dans chaque morceau, c’est un autre instrument qui joue en solo, s’efforçant de se présenter sous son meilleur jour et de séduire.»

La charge sémantique de “Bunny Games” n’est pas seulement due aux passages des instruments solos situés au premier plan et cherchant toujours à manifester leur présence, mais elle repose également sur les références faites à la musique de Domenico Scarlatti et d’Edgar Varèse ainsi qu’aux chansons de Madonna “Nothing really matters et Hangup”, la dernière étant une reprise de la chanson du groupe ABBA “Give me a man after midnight.”

Les liens entretenus avec la variété, qui, chez Bernhard Gander, même dans l’oeuvre passée – ne serait-ce qu’entre les lignes – ont toujours existé et sont de plus en plus présents et affirmés: ainsi “ö” écrit pour flûte basse, clarinette basse, accordéon, alto et violoncelle (2006) fait référence au groupe Heavy Metal Motörhead. La trame rythmique et la dramaturgie formelle sont déterminées par des procédures certes aisément audibles, lorsque l’influence Heavy Metal va jusqu’à donner un «refrain» sans cesse présent et établissant ainsi à travers l’ironie le lien avec la forme classique du canon. Néanmoins, on assiste à un processus de décomposition – incité par la représentation de matériaux se modifiant réciproquement, comme des pierres décomposées par de l’acide sulfurique, de sorte que le mouvement très percutant sous forme de bloc paraît néanmoins dans certains passages plus transparent.

Il en va de même pour “fluc’n’flex” (2007), pièce composée pour l’accordéon, instrument de prédilection de Bernhard Gander, auquel il a confié des rôles de choix dans ces oeuvres écrites pour ensemble et qui paraît tout à fait prédestiné à un jeu riche en perspectives et constitué de premiers et de seconds plans. «Dans la musique contemporaine, l’accordéon se retrouve la plupart du temps relégué au second plan avec des sonorités tout en douceur. Mais c’est un instrument qui possède une grande puissance.» Le sujet contient lui aussi une certaine violence: sortie nocturne dans deux clubs viennois branchés le Fluc et le Flex. Comme si l’on se rapprochait de ces lieux, les basses d’une musique tonitruante se font entendre de plus en plus nettement, le compositeur cherchant ensuite à transmettre les drum’n’bass, la techno, le rap sous forme modifiée. L’instrument se projette par pulsations rapides, crescendo grandissants et passages polyphoniques denses, diffus et quasiment en état d’ivresse, avant que le solo ne prenne fin de manière très virtuose et turbulente. Une fois encore, Bernhard Gander se consacre avec une énergie intarissable et à corps perdu aux forces primaires des éléments.


Daniel Ender
(Toutes les citations sont tirées de commentaires fournis par Bernhard Gander ainsi que d’un entretien réalisé avec le compositeur le 5 juin 2007.)




Bernhard Gander et Georg Vinokic


Le travail sur la composition "Der Melonenbaum" (L’arbre à melons) pour accordéon, clarinette et percussion (création 2000) de Bernhard Gander marque les débuts d’un échange artistique avec le peintre Georg Vinokic. Alors qu’il était en train de composer, Gander constata qu’il opérait sur le plan structurel de la même manière que Vinokic dans son tableau "Der Melonenbaum", accroché dans son appartement. Il se mit alors à explorer sciemment ces correspondances structurelles et finit par donner le même nom à sa composition. Georg Vinokic réalisa par la suite une série de tableaux d’après "ist die zeit gerade oder gebogen" pour quatuor de saxophones (1996) de Bernhard Gander.

L’ensemble de l’oeuvre de Bernhard Gander présente de nettes affinités avec les arts plastiques. Le rôle prédominant joué par la musique électroacoustique est dû à l’intérêt qu’il porte à la faculté de modeler et d’intervenir directement sur les sonorités. Lorsqu’il compose, notamment au cours de la phase initiale de ses compositions, la démarche de Gander est très proche de celle du peintre. La plupart du temps, il visualise les sonorités et réalise par conséquent ses premières ébauches sur du papier millimétré. Il s’agit d’étapes réalisées dans un premier temps sans notes, ni valeurs concrètes. En passant par d’innombrables phases d’ébauches, il concrétise ses représentations visuelles pour aboutir à la phase finale de sa composition. Bernhard Gander accorde également une grande importance au travail sur le premier et le second plan, autre notion importante et associée aux arts plastiques. «Le second plan est toujours important. (...) sans les voix secondaires, il manquerait un élément fondamental.»

"Der Melonenbaum" est la première et seule composition musicale de Bernhard Gander renvoyant à une oeuvre peinte précise. Il n’est pas fortuit que le tableau en question soit l’oeuvre de Georg Vinokic, puisqu’une amitié profonde le lie à ce peintre. Les deux artistes s’apprécient mutuellement sur le plan artistique et l’on retrouve d’ailleurs chez eux de nombreux points communs sur plusieurs plans. D’une part, tous deux sont habités par une fascination à l’égard de la banalité du quotidien, ils procèdent de manière semblable dans leur approche du travail sur le plan structurel, une approche également adoptée par Gander dans sa composition "Der Melonenbaum". Comme Vinokic, Gander tend souvent à rassembler à l’intérieur d’un même cadre, des éléments hétérogènes dans l’idée de créer un champ de tension visuel voire acoustique, porteur d’énergies. En comparant les tableaux de Vinokic réalisés d’après la musique de Gander et les esquisses de la composition, on retrouve également l’utilisation de figures graphiques similaires telle la ligne en zigzag prédominante chez Vinokic.

Ces points de rencontre vont au-delà d’une simple influence mutuelle et sont plutôt la preuve d’une remarquable affinité artistique, ouvrant la voie à une réflexion profonde sur l’expression artistique personnelle et sur celle de l’autre, réflexion porteuse d’une source d’inspiration stimulante.


Axel Petri
(Georg Vinokic et Bernhard Gander. Portrait d‘une inspiration mutuelle, dans: Die Tonkunst, Jg. 1 , Nr. 2 ISSN 1863-3536)




English translation: Joanna King, John Winbigler
Traductions françaises: Chantal Niebisch

performer
Klangforum Wien
  • Eva Furrer (flute)
  • Andrew Jezek (viola)
  • Benedikt Leitner (cello)
  • Krassimir Sterev (accordion)
  • Bernhard Zachhuber (clarinet)

 

Klangforum Wien, Kalitzke

JOHANNES KALITZKE

Geboren 1959 in Köln, er studierte zunächst Kirchenmusik. Studium an der Kölner Musikhochschule (Klavier, Dirigieren und Komposition). Schüler von Vinko Globokar (IRCAM), Hans Ulrich Humpert (elektronische Musik). 1986 übernahm er die Leitung des „Forums für Neue Musik“. 1991-1997 war er künstlerischer Leiter und Dirigent der „Musikfabrik“, des Landesensembles von Nordrhein-Westfalen. Regelmäßig als Gastdirigent bei Ensembles (Klangforum Wien) und Sinfonieorchestern, wie etwa jenen des NDR, des SDR und des MDR tätig. Gastdirigate, u. a. bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, der Münchener Biennale oder den Dresdener Festspielen. Interpret klassischer und zeitgenössischer Musik.


Born in Cologne in 1959, Johannes Kalitzke studied church music. After finishing secondary school, he studied piano, conducting and composition at the Music College in Cologne. At IRCAM in Paris Kalitzke studied with Vinko Globokar, in Cologne with Hans Ulrich Humpert (electronic music). He took over in 1986 as conductor of the “Forum for New Music”. He has been artistic director and conductor of “Musikfabrik” the national ensemble of North- Rhine, Westphalia from 1991 to 1997. Regular guest-conductor with Ensembles (Klangforum Wien) and symphony orchestras. He has been guest-conductor at the Salzburg Festival, the Vienna Festival, the Munich Biennale, and the Dresden Festival, among others.


Né en 1959 à Cologne, Johannes Kalitzke a étudié tout d’abord la musique sacrée. Etudes à l’Ecole Supérieure de Musique de Cologne (piano, direction et composition). Elève de Vinko Globokar (IRCAM), Hans Ulrich Humpert (Musique electronique). En 1986, il prend la direction du « Forum für Neue Musik ». Entre 1991 et 1997, il est directeur artistique et chef de l’ensemble de Nordrhein-Westphalie, la « Musikfabrik ». Activité régulière de chef invité auprès d’ensembles (Klangforum Wien) et orchestres symphoniques (NDR, SDR et MDR). Il s’est produit en tant que chef d’orchestre au cours du Festival de Salzbourg, des Festwochen de Vienne, la Biennale de Munich ou le Festival de Dresde. Interprète de musique classique et contemporaine.




KLANGFORUM WIEN

1985 von Beat Furrer als Solisten-Ensemble für zeitgenössische Musik gegründet. Ein demokratisches Forum mit einem Kern von 24 Mitgliedern. Mitspracherecht der Mitglieder bei allen wichtigen künstlerischen Entscheidungen. Zentral für das Selbstverständnis der MusikerInnen: die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Interpreten, Dirigenten und Komponisten, ein Miteinander-Arbeiten, das traditionell hierarchische Strukturen in der Musikpraxis ablöst. Intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ästhetischen Facetten des zeitgenössischen Komponierens. – Ein Forum authentischer Aufführungspraxis für die Werke der Moderne. Große stilistische Vielfalt: Präsentation aller zentralen Aspekte der Musik unseres Jahrhunderts von den bedeutenden Werken der Klassischen Moderne, besonders der Zweiten Wiener Schule, über Werke junger, vielversprechender KomponistInnen bis hin zu experimentellem Jazz und freier Improvisation. Regelmäßig KomponistInnen-Workshops und musik-didaktische Aktivitäten. Jährlich programmatisch ambitionierter Zyklus im Wiener Konzerthaus. Weiters Musiktheater-, Film- und Fernsehproduktionen. Seit 1997 ist Sylvain Cambreling Erster Gastdirigent des Klangforum Wien.


Founded in 1985 by Beat Furrer as an ensemble of soloists for contemporary music, the twentyfour-member ensemble has developed around a central philosophy of democracy, where co-operation between performers, conductors and composers is both encouraged and nurtured and replaces the more traditional, hierarchical structure found in everyday musical practice. This approach to the music, combined with an understanding of the varying aesthetic facets of contemporary works, allows Klangforum to produce authentic performances of contemporary compositions. Performances by Klangforum Wien offer great stylistic variety, from the important works of classical modernity, especially of the Second Vienna School, to the works of up-and-coming young composers, experimental jazz and free improvisation. Further variety is provided by a number of regular composer’s workshops. Venues range from all over Europe to the USA and Japan, with a series of programmatically ambitious concerts held at the Wiener Konzerthaus. In addition, Klangforum Wien participates in numerous music theatre, film and TV productions. Sylvain Cambreling has held the position of First Guest Conductor of Klangforum Wien since 1997.


Fondé en 1985 par Beat Furrer, cet ensemble de musiciens solistes se consacre entièrement à la musique contemporaine. Il se présente comme un groupe démocratique avec un noyau principal de vingt-quatre membres. Dans ce groupe chacun a la possibilité de prendre part à toutes les discussions artistiques. L’égalité des droits entre les interprètes, les chefs d’orchestre et les compositeurs est un des éléments fondamentaux de cet ensemble. Une coopération étroite remplace les structures hiérarchiques traditionelles qui dominent habituellement les pratiques musicales. Les oeuvres contemporaines aux facettes esthétiques très diverses donnent lieu à d‘intenses discussion et à des prestations de très haute qualité. Une grande diversité de styles est offerte: Klangforum Wien présente tous les aspects principaux de la musique des XXe et XXIe siècles, depuis les « classiques modernes » (spécialement la Seconde École de Vienne) jusqu’aux oeuvres des jeunes compositeurs de la nouvelle génération, incluant le jazz expérimental et l’improvisation libre. C’est un véritable atelier permanent pour les compositeurs. Chaque année, une série de concerts avec une programmation ambitieuse a lieu au Wiener Konzerthaus. De nombreuses productions de musique pour le théâtre, le cinéma et la télévision sont réalisées. Depuis 1997, Sylvain Cambreling est le chef invité du Klangforum Wien.




English translation: Joanna King, John Winbigler
Traductions françaises: Chantal Niebisch

Johannes Kalitzke
label

In co-production with:


austro mechana


ERSTE BANK


ORF

KAIROS

The Vienna-based label founded in 1999 by Barbara Fränzen and Peter Oswald is dedicated to the release of new music.

KAIROS is the opportune moment. In antiquity this Greek word designated the felicitous conjunction of the here and now, the propitious and decisive moment when conditions are right for taking crucial action.

Over the past ten years KAIROS has developed a distinctive artistic profile and plans to adhere to it with a sense of purpose in the coming years as well.

Central positions:
A focus on unmistakable composers, providing continuing support beyond the bounds of an immediate CD production.
An entrepreneurial vision of artistic sustainability, working in opposition to the rapidly growing tendency to first recognise and then quickly forget an artist.
A view of new music as a seismograph of societal perspectives and of the various facets of our complex reality of life.
The production of recordings that are exemplary in both interpretation and sound, and thus an associated concentration on the visionary facets of a work. These often remain largely imperceptible in live recordings; thus, with few exceptions, we rarely release recordings of live performances.
A focus on the finest performers (Klangforum Vienna, ensemble recherche, Ensemble intercontemporain, Arditti String Quartet, Nicolas Hodges, Ernesto Molinari, among others, as well as recordings by the Vienna Philharmonic, Berlin Philharmonic, RSO Vienna, SWR Orchestra, WDR Orchestra, etc.)
Consistently excellent cover designs with artworks by fine artists (Jakob Gasteiger and Erwin Bohatsch).Informative booklets that include essays with philosophical, literary and cinematic content.

For these policies KAIROS has received a number of important international prizes in recent years – nine awards for the most recent thirteen CDs alone. In addition, KAIROS recordings are found on the “best of” lists in the Süddeutsche Zeitung, Die Zeit and The New York Times. This is why KAIROS will dedicate itself in an uncompromising manner in the next ten years as well to the adventure of new music, in the conviction that this music is essential to life. In the anniversary month of October, we are releasing our 100th CD, a 150-minute orchestral work by Salvatore Sciarrino: incidental music to Dante’s Divina Commedia: Sui poemi concentrici for soloists and orchestra.



Das 1999 von Barbara Fränzen und Peter Oswald gegründete Label mit Sitz in Wien, widmet sich der Veröffentlichung von Werken Neuer Musik.

KAIROS ist der erfüllte, der gelingende Augenblick. Mit diesem Wort benannte die griechische Antike die glückliche Übereinstimmung des Hier mit dem Jetzt, den günstigen Moment, der schicksalhaft entgegentritt und entschieden genutzt werden will.

KAIROS hat in den letzten zehn Jahren ein ausgeprägtes künstlerisches Profil entwickelt und wird dieses in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen.

Zentrale Positionen:
Fokussierung auf unverwechselbare KomponistInnen. Verlegerische Begleitung der Persönlichkeiten im Musikleben weit über die unmittelbare CD-Produktion hinaus.
Unternehmerische Vision einer künstlerischen Nachhaltigkeit, die der sprunghaft angestiegenen Halbwertszeit des Vergessens entschieden entgegentritt.
Neue Musik als Seismograph für gesellschaftliche Perspektiven, für die unterschiedlichen Facetten unserer komplexen Lebenswirklichkeit.
Klanglich und interpretatorisch höchststehende Aufnahmen – damit einhergehend Konzentration auf die visionären Facetten eines Werkes, die in einer Liveaufführung oft nur unzureichend wahrgenommen werden können, daher mit wenigen Ausnahmen keine Live-Mitschnitte.
Konzentration auf SpitzeninterpretInnen (Klangforum Wien, ensemble recherche, Ensemble intercontemporain, Arditti String Quartet, Nicolas Hodges, Ernesto Molinari u.a…darüber hinaus auch Aufnahmen mit Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker, RSO Wien, SWR-Orchester, WDR-Orchester etc.)
Konsequente Covergestaltung mit Bildenden Künstlern (Jakob Gasteiger und Erwin Bohatsch).
Informative Booklets, die auch Texte philosophischen, literarischen und filmischen Inhalts enthalten.

Für diese Linie erhielt KAIROS in den letzen Jahren etliche international renommierte Preise – alleine für die letzten dreizehn CDs neun PreiseDarüber hinaus finden sich KAIROS Aufnahmen in den Bestenlisten von der Süddeutschen Zeitung, Die Zeit und der New York Times. Deshalb wird sich KAIROS in den nächsten zehn Jahren weiterhin kompromisslos dem Abenteuer Neue Musik widmen, sowie der Überzeugung, das Neue Musik für unser Leben unverzichtbar ist. Unsere 100. Veröffentlichung im Jubiläumsmonat Oktober: Ein 150-minütiges Orchesterwerk von Salvatore Sciarrino: Musik zu Dantes Divina Commedia Sui poemi concentrici für Solisten und Orchester.